Krieg, Corona und Inflation beflügeln Korrekturen an den Börsen

Der Krieg in der Ukraine, die hohe Inflation in den USA und Europa und nicht aufhörende Corona-Lockdowns in China haben den Aktienmärkten im ersten Halbjahr 2022 ordentlich zugesetzt. Daraus abgeleitet ergeben sich sowohl Risken als auch Chancen für die verbleibenden sechs Monate des Jahres.

Krieg, Corona und Inflation beflügeln Korrekturen an den Börsen

Einige Bankanalysten sprechen nun bereits davon, dass nach den starken Kurskorrekturen der letzten Wochen, Papiere aus dem Value Bereich wieder attraktiv bewertet sind. Insbesondere die großen Tech Aktien haben Federn lassen müssen und so ist der Nasdaq 100 Index zum 17.06.2022 mit – 31.80 Prozent tief in einen Bärenmarkt eingetaucht. Im Vergleich dazu sind die Verluste beim Dow Jones (-18,30 Prozent) und beim Dax (-18,07 Prozent) beziehungsweise beim chinesischen CSI 300 Index (-11,95 Prozent) noch verhältnismäßig moderat. Bei diesen divergierenden Zahlen sieht man wieder einmal wie wichtig es ist, international diversifiziert zu sein und über ein professionelles Risikomanagement zu verfügen. Man darf dabei durchaus im Auge behalten, dass im Jahr 2021 bei vielen Anlagestrategien zweistellige Renditen verzeichnet wurden.

Einstiegschancen

Für Anleger bleibt die Lage unübersichtlich. Der Mix aus geo-, gesundheits- und geldpolitischen Problemen erschwert es, sich zu positionieren. Falls es der US-amerikanischen Notenbank (Fed) gelingt, mit Ihrer strafferen Geldpolitik die Inflation in den Griff zu bekommen, ohne eine Rezession herbeizuführen, könnten sich das für die Märkte auszahlen. Für die Wirtschaftsentwicklung ist mit China die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit Ihren starken Handelsverflechtungen insbesondere nach Europa ausschlaggebend. Die Covid-19-Thematik in China wird noch lange eines der Hauptprobleme für die Finanzmärkte sein. Wenn sich hier eine Änderung der Strategie abzeichnen würde, gäbe es ein gewisse Entspannung.

Grundsätzlich ist es so, dass die Aktienmärkte die Entwicklung zwischen 6 und 12 Monaten antizipieren. Deshalb sind meines Erachtens der Großteil der Risiken (Ukrainekrieg, Inflation, China Lockdown) in den aktuellen Kursen eingepreist. Es könnte allerdings noch weitere Korrekturen geben, wenn die Zentralbanken mit Zinserhöhungen über den Erwartungen liegen und damit eine Rezession auslösen.

Auf der anderen Seite könnte es zu einer Erholung kommen, falls es gute Neuigkeiten bezüglich des Krieges in der Ukraine oder einer Abkehr Chinas von der Null-Covid-Strategie geben sollte. Deshalb sollte man investiert bleiben, denn historisch gesehen sind die Renditen nach einer Korrektur am höchsten. Bei Neuinvestitionen wäre eher ein Stufenplan angezeigt. Wenn man die Anlage der geplanten Investitionssumme über mehrere Monate streut, können so gute durchschnittliche Einstiegskurse (Cost-Average Effekt) erreicht werden.

Die nowinta-Anlagestrategie investiert global und diversifiziert ohne Klumpenrisiken in einzelnen Ländern, Branchen oder Regionen. Im Falle von Korrekturen wie im März 2020 (Corona) oder in der aktuellen Wirtschaftskrise wird die Aktienquote antizyklisch erhöht, um dann von der Erholungsbewegung zu profitieren. Das Risiko wird durch einen gewissen Anleihen-Anteil abgesichert und nach einem ausgeklügelten Risikomanagement-System gesteuert.

Wie reagieren Aktien auf Inflation?

Es ist grundsätzlich anerkannt, dass Aktien einen relativ guten Schutz bei einer erhöhten Teuerung bieten. Voraussetzung ist jedoch, dass Unternehmen auf steigende Lohn- und Einkaufskosten mit Preissteigerungen reagieren können. Bei den zurzeit abrupten Inflationssprüngen sind Unternehmen und Aktien viel anfälliger, denn die erhöhten Preise lassen sich nicht so schnell auf die Konsumenten abwälzen. Zudem werden bei höheren Zinsen die zukünftigen Gewinne der Unternehmen geringer. Am besten aufgestellt sind in einem solchen Umfeld neben dem Rohstoff- und Energiesektor Unternehmen aus defensiven Branchen wie Nahrungsmittel und Gesundheit.

Da weder die hochverschuldeten Staaten noch stark verschuldete private Unternehmen einen zu starken Anstieg der Zinsen verkraften können, werden die Zentralbanken behutsam vorgehen müssen. Außerdem scheint es so zu sein, dass die Staaten höhere Inflationsraten in Kauf nehmen, um Ihre Schulden durch Finanzrepression abzubauen.

Aus Sicht der Anleger bleibt entscheidend, dass die Zentralbanken weniger stark auf die momentane erhöhte Inflation reagieren, als dies in der Vergangenheit der Fall gewesen wäre, so dass die Realzinsen (Nominalzinsen minus Inflation) extrem niedrig beziehungsweise negativ bleiben. Dies bedeutet, dass der Ausblick für Investitionen in Realwerte wie Aktien, Gold und Immobilien trotz Gegenwind positiv bleibt.

« zurück zur Übersicht