DAX und SMI auf Höchstständen – Kein Grund zur Panik

Die Aktienmärkte eilen von einer Höchstmarke zur Nächsten. Nach den US-Börsen notieren nun auch der Dax und andere europäische Indizes auf Rekordständen. Finanzexperten stufen die die Lage als robust ein, aber es gibt auch Warnsignale.

DAX und SMI auf Höchstständen – Kein Grund zur Panik

Seit Jahresbeginn hat der DAX, bei dem als Performance-Index die Dividendenzahlungen von Unternehmen in der Wertentwicklung eingerechnet sind, bereits 14,39 Prozent an Wert gewonnen (Stand 4. Juni 2021). Die beste Entwicklung in dem Börsenbarometer verzeichnen seit Jahresbeginn die Aktien von Volkswagen (+57,46 Prozent), Deutsche Post (+39,88 Prozent) und Deutsche Bank (+38,27 Prozent). Was sind die Gründe für die fulminante Entwicklung jetzt auch in Europa und Deutschland?

Nachholbedarf der europäischen Börsen

Im Vergleich zu den USA  bestand ein gewisser Nachholbedarf, insbesondere weil sich dort der Techsektor so gut entwickelt hatte. Sowohl die Fiskalpolitik der Regierungen als auch die Geldpolitik der Notenbanken sind weiterhin sehr expansiv und wirken als Grundstütze für die Aktienmärkte. Positiv zu vermerken ist, dass es nun auch in Europa rasch vorwärtsgeht mit der Impfkampagne. Zudem sieht der Konjunkturausblick für die kommenden Quartale gut aus – ausgehend von den USA, aber nun auch in Europa. Mit anderen Worten: wir befinden uns mitten in einem Expansionszyklus der Realwirtschaft. In diesen Phasen sollten, solange die Zinsen nicht stark erhöht werden, sich die Aktienmärkte positiv entwickeln. Die Bewertungen sind jedoch mittlerweile in gewissen Branchen recht sportlich und wie regelmäßig in der Vergangenheit geschehen, kann es zu Korrekturen kommen, falls die Zinsen stärker als erwartet steigen oder es zu einem unvorhergesehen Ereignis (Geopolitischer Natur, Naturkatastrophe, usw.) kommt. Stellt sich die Frage, ob jetzt ein guter Zeitpunkt zum Verkauf von Aktienbeständen gekommen sei. Für Anleger, die einen langfristigen Anlagehorizont verfolgen, lautet die Antwort unserer Ansicht nach nein. Denn nach einem Verkauf ist das Timing für einen erfolgreichen Wiedereinstieg extrem schwer. Wer indes in absehbarer Zeit liquide Mittel benötigt, kann durch aus über einen Verkauf oder einen Teilverkauf nachdenken.

Studie von JPMorgan

Welche Folgen es hat, wenn man die besten Börsentage verpasst, zeigt eine Studie von JPMorgan. Wer zwischen Anfang 2000 und Ende 2019 10.000 US-Dollar in den S&P 500 investiert hatte, erreichte ein Endkapital in der Höhe von 32.421 US-Dollar. Der genannte Zeitraum von 20 Jahren beinhaltete rund 5.000 Börsentage. Wer von diesen 5.000 Handelstagen die besten zehn verpasste, erzielte nur noch einen Bruchteil des Gewinns und besaß schließlich nur noch 16.180 US-Dollar. Denn meist sind die besten Tage an der Börse, diejenigen nach einem starken Einbruch wie im März 2020. Und dann den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, ist sehr schwer, da man am Tiefpunkt immer noch davon ausgeht, dass die Börsen weiter fallen. Wenn dann die Wende kommt, wird man in der Regel auf dem falschen Fuß erwischt.

Deshalb lautet die Philosophie der nowinta Vermögensverwaltung „grundsätzlich investiert“ zu sein und bei starken Einbrüchen antizyklisch die Aktienquote zu erhöhen. Darüber hinaus ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen, insbesondere nach stark steigenden Aktiennotierungen, das Depot auszubalancieren. Das bedeutet, Gewinne zu realisieren und die Vermögensaufteilung zwischen Aktien und Anleihen auf die definierte Strategie zurück zu bringen. Damit fährt man langfristig besser, denn unseres Erachtens ist das optimale Timing Glückssache und kann nicht die Basis für eine langfristige Strategie eines Vermögensverwalters sein.

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